
Durchhaltevermögen in der Transformation: Nicht schneller, sondern weiter
Transformation ist ein Marathon, kein Sprint. Das waren die Worte des Geschäftsführers meines früheren Arbeitgebers, der natürlich wusste, dass es Durchhaltevermögen in der Transformation braucht. Wir steckten mittendrin: weg von Gasheizungen hin zu Wärmepumpen. Die Veränderungsgeschwindigkeit war rasant: extrem getrieben durch Corona, den Ausbruch des Ukrainekriegs und schließlich durch das Heizungsgesetz. Er hatte recht.
Nur ging es im Alltag einfach doch Schlag auf Schlag: Kaum hatte sich eine neue Regelung zu Fördergeldern oder eine Gesetzesänderung angekündigt, musste das schon an die Kund:innen kommuniziert und die Marketingaktivitäten angepasst werden. Gefühlt waren wir alle im Sprintmodus und hin und wieder habe ich gedacht: Ich fühle mich transformationsmüde.
Heute verstehe ich viel besser, welche wichtige Verantwortung ich mir selbst gegenüber aber auch als Führungskraft habe, das Tempo auch mal bewusst rauszunehmen. Im Kern ist das eine Frage der Selbstführung im Arbeitsalltag. Mir selbst hilft dabei der Vergleich zu einer Wanderung aber viel besser als der Marathon, denn es geht nicht nur um Ausdauer, sondern auch um unvorhergesehene Hindernisse und Widerstände.
Das Wichtigste zu Durchhaltevermögen in der Transformation
Wie gut du mit dem Transformationsalltag zurechtkommst, hängt stark davon ab, welches Tempo du über die gesamte Strecke halten kannst. Pausen und Innehalten sind dabei elementar, um Kraft zu tanken und um dich neu zu sortieren: was trägt dich und was ist unnötiger Ballast. Falls die Gesamtheit der Transformation überfordernd wirkt, hilft der Blick auf den nächsten machbaren Schritt mehr als der Blick auf den ganzen Berg. Und wenn unterwegs Zweifel aufkommen, weil nicht alles nach Plan läuft, hilft die Akzeptanz der Lage mehr, als sich dagegen zu wehren.
Nachhaltig ist am Ende, wer langfristig denkt und wirklich ankommt.
Inhaltsverzeichnis
- Eigenes Tempo halten im Job: Warum Durchhalten nicht heißt, schneller zu werden
- Innehalten ist kein Rückschritt: Warum Pausen dich weiterbringen
- Überforderung durch große Ziele: Wenn der ganze Berg zu viel wird
- Schaffe ich die Transformation? – Was dir hilft, wenn Zweifel kommen
- Was heißt nachhaltig im Job? Langfristig statt kurzfristig denken.
- Ein möglicher nächster Schritt
Eigenes Tempo halten im Job: Warum Durchhalten nicht heißt, schneller zu werden
Wir alle sind durch unsere Leistungsgesellschaft geprägt: immer mehr leisten und auf der Überholspur unterwegs sein. Das funktioniert eine Zeit lang. Aber gerade in diesen Jahren der Polykrisen und ständigen Veränderungen führt das nicht nachhaltig zum Erfolg. Vielmehr führt es in die Erschöpfung von Menschen, Teams und Organisationen.
Wer gerne Bergwandern geht, kennt das: Wer zu schnell losläuft, verliert schnell die Kraft. Und glaub mir, das kenne ich. Ich war lange selbst so eine Kandidatin, die vor lauter Eifer und Aktivitätsdrang viel zu schnell gestartet ist, mit dem Ergebnis, dass ich irgendwann ganz erschöpft war.
Wanderführer:innen nehmen deshalb ganz bewusst das Tempo raus, so dass alle gut durchhalten können und am Ende eben nicht völlig abgekämpft ankommen. Abhängig von der Fitness hat jeder ein anderes Tempo, aber das gilt es so einzuteilen, dass die gesamte Strecke gut geschafft werden kann.
Das gilt genauso für deinen Berufsalltag.
Frag dich: An welchen Stellen kannst du bewusster dein eigenes Tempo halten und wo musst du mitrennen?
Innehalten ist kein Rückschritt: Warum Pausen dich weiterbringen
Ohne Pausen geht bei einer Bergwanderung nichts. Sie sind essenziell, um sich auszuruhen, sich mit Proviant zu stärken und so neue Energie für den nächsten Anstieg zu tanken. Auch der Blick ins Tal, auf das, was man schon geschafft hat, kann unheimlich Energie freisetzen. Dabei gibt es kurze Rasten, aber auch längere Pausen. Beide sind sinnvoll und hilfreich.
Neben dem langsamen Gehen sind sie zwingend notwendig, um gut anzukommen. Eigentlich total logisch.
Nur warum vergessen wir das, was in der Natur der Sache liegt, so häufig im Job? Zu oft empfinden wir Pause machen als etwas, das wir uns gerade nicht leisten können. Wenn wir aber ehrlich sind, wird es so gut wie nie ein Umfeld geben, wo wir es uns leisten können.
Umso wichtiger ist es, diese Pausen und das Innehalten ganz bewusst einzufordern und umzusetzen. Und das heißt nicht nur, den verdienten Urlaub zu nehmen. Es gilt auch, ganz bewusst kleine Pausen einzubauen – für dich selbst, aber auch gemeinsam mit deinen Kolleg:innen.
Bei einer Rast nehme ich auch immer den Rucksack ab und schaue rein: Was ist noch drin, was brauche ich für die nächste Etappe und was schleppe ich eigentlich nur unnötig mit?
Nutz daher bewusst Pausen im Job:
- Zum Runterkommen: Ob kurzes Rausgehen, eine Kaffeepause in der Cafeteria oder eine Sporteinheit in der Mittagspause – Hauptsache, es hat nichts mit dem Job zu tun, und der Kopf bekommt einen echten Szenenwechsel.
- Zum Rückblick: Was liegt schon hinter mir, was habe ich schon geschafft und welche Stärken und Ressourcen haben mir dabei geholfen?
- Zum Aussortieren: Was schleppe ich mit, das mich gerade nur bremst: zum Beispiel der Fokus auf Dinge, die ich eh nicht ändern kann, zu hohe eigene Erwartungen, das nicht Nein-sagen können?
- Zum Neu-Packen: Was brauche ich wirklich für den nächsten Schritt, welchen Fokus und welche Prioritäten nehme ich bewusst mit, und welche Unterstützung brauche ich vielleicht dafür?
Überforderung durch große Ziele: Wenn der ganze Berg zu viel wird
Nicht nur die Geschwindigkeit und fehlende Pausen machen im Berufsalltag auf Dauer zu schaffen, es sind auch die ständigen Veränderungen an sich: Bereits Erarbeitetes wird manchmal hinfällig, und es gilt, sich immer wieder neu auszurichten. Schaut man dann auf das große Ziel, wirkt das schnell überfordernd und unerreichbar.
Wenn ich zu einer langen Wanderung starte, die ersten beschwerlichen Höhenmeter gehe und dann mein Ziel sehe, den hohen Gipfel, kommt mir auch schnell der Gedanke: Komme ich da wirklich hin? Wie soll ich das nur schaffen? Meinen Kindern geht es da auch so. Was mache ich als Mutter? Ich schaue mit ihnen auf den nächsten Schritt: ein Rastplatz, die nächste Hütte, die für sie gut erreichbar und machbar sind. Dort angekommen, Pause gemacht, kann es zur nächsten Etappe gehen. Und siehe da, Schritt für Schritt erreichen wir das Ziel.
Das Gleiche gilt für deinen Weg im Transformationsalltag: es hilft, sich auf den nächsten machbaren Schritt zu fokussieren statt auf den ganzen Berg.
Schaffe ich die Transformation? – Was dir hilft, wenn Zweifel kommen
Nicht nur der Blick aufs große Ziel kann überfordern. Manchmal kommen von außen auch ganz unvorhergesehene Herausforderungen dazu, die dich zusätzlich ins Wanken bringen.
Bei einer Wanderung können das Unwetter oder versperrte Wege sein. Dann heißt es, kurz zu stoppen, umzuplanen, einen anderen Weg zu gehen und vielleicht auch umzukehren.
Solche Umwege können anstrengend sein und je länger und häufiger sie sind, kommen schnell Zweifel auf: „Schaffe ich das überhaupt“?
Ähnliche Gedanken kommen dir bei der Arbeit. Ständig neue Rahmenbedingungen, Dinge ändern sich bereits, bevor ein ursprünglicher Plan oder eine Aufgabe fertig umgesetzt ist. Das kann frustrierend sein, besonders dann, wenn du den Anspruch hat, Dinge gut und richtig zum Abschluss zu bringen. Du ärgerst dich, weil die Arbeit gefühlt umsonst war. Nur sieht die Realität heute vielfach einfach so aus, dass alles schnelllebiger wird und Flexibilität von allen Beteiligten erfordert.
Natürlich kannst du dich dann über die Veränderungen aufregen. Nur, was bringt dir das, außer dass es dich unnötig Energie kostet und du andere damit auch runterziehst? So schwer es vielleicht scheinen mag, aber Akzeptanz der Lage hilft.
Wenn du die Situation nicht ändern kannst, nimm sie an. Und aus Akzeptanz kann dann der Blick nach vorne erfolgen. Was ist jetzt wieder ein nächster sinnvoller Schritt?
Was heißt nachhaltig im Job? Langfristig statt kurzfristig denken.
Am Ende einer Wanderung zählt für mich immer, dass ich wohlbehalten ankomme. Und selbst wenn es am Ende ein anderes Ziel ist als ursprünglich geplant – Hauptsache gesund. Viel davon habe ich selbst in der Hand: wie schnell ich gehe, ob ich die Strecke meiner Fitness anpasse, die entsprechende Ausrüstung dabei habe und ob ich bereit bin, mich auf Unvorhergesehenes einzulassen.
Auf den Transformationsalltag übertragen bedeutet das, nachhaltig zu handeln.
Auch wenn du im Job oft kurzfristig reagieren musst, heißt nachhaltig handeln für mich, langfristig zu denken. Denn wenn du im kurzfristigen Aktionismus den Blick für das, was dich trägt, verlierst, wirst du nicht gut am Ziel ankommen. Genau deshalb ist es wichtig, Pausen und Rückblicke bewusst einzusetzen, statt sie im hektischen, dringenden Tagesgeschäft fallen zu lassen.
Ein möglicher nächster Schritt
Wenn du gerade selbst mitten in einer Transformation steckst, bei der dir das Ziel manchmal zu groß und der Weg dorthin zu unklar erscheint, und es dir schwerfällt, das alleine zu lösen, kann ein Coaching dabei unterstützen. Genau solche Themen – dein eigenes Tempo zu finden, mit Zweifeln umzugehen und den bestmöglichen nächsten Schritt zu erkennen – vertiefen wir in meinem Coaching, direkt beim Wandern in der Natur. Der Weg selbst wird dabei zum Erkenntnisraum.
Lass uns gerne in einem unverbindlichen Wegweiser-Gespräch schauen, wie das für dich aussehen könnte.
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Ich binChristiane
Als Business- und Naturcoach begleite ich Fach- und Führungskräfte sowie Unternehmer:innen, die Verantwortung für Wandel tragen – und dabei nicht nur funktionieren, sondern wirklich wirksam bleiben wollen.
In diesem Blog teile ich Impulse und Perspektiven für Menschen, die in einem komplexen Umfeld gestalten und einen Weg suchen, der langfristig trägt: für sie selbst, ihr Team und ihr Unternehmen.
Viel Spaß beim Lesen!


