
Stärken nutzen im Arbeitsalltag: wie du bewusst aktivierst, was dich wirklich trägt
Wenn es im Berufsalltag stressig und herausfordernd wird, mündet das schnell in Frust, vor allem dann, wenn wir vergessen, unsere Stärken bewusst zu nutzen. Ich beschreibe, was passiert, wenn wir unseren Fokus auf das Negative setzen und was sich verändert, wenn wir den Blick auf das Nährende und unsere eigenen Ressourcen lenken.
Ein begleitendes Workbook unterstützt dich dabei, dich bewusst mit deinen Stärken zu verbinden und sie im Arbeitsalltag bewusst einzusetzen.
Mir ging es früher häufiger so: ich wusste, dass ich meinen Job gut machte. Ich habe viel positives Feedback und Anerkennung bekomme. Trotzdem gab es immer wieder Phasen, in denen ich mir selbst darüber nicht so sicher war.
Das passierte besonders in stressigen Arbeitsphasen, wenn ich mehr reagiert als agiert habe – gefühlt wie im Hamsterrad. (Falls dich das Thema interessiert: Über diesen Zustand und seine Dynamik habe ich an anderer Stelle ausführlicher geschrieben.)
Ich bin jemand, der Klarheit und Struktur braucht. Wenn die in diesen Momenten ins Wanken kamen, bin ich geschwommen. Das nahm natürlich in Zeiten zu, wo äußere Rahmenbedingungen immer instabiler wurden, eine hohe Planungssicherheit herrschte und ich nicht wusste, ob das heute Erarbeitete morgen noch Gültigkeit hat.
Das hat mich gefrustet. Denn ich wollte doch Dinge gestalten und spürbar zu Weiterentwicklungen beitragen.
Wenn der Blick sich nur noch auf das Negative richtet
In diesen Phasen passierte es durchaus, dass ich eher das „Negative“ als das „Positive“ gesehen habe. Ich erlebte mich im „Jammermodus“. Das war sehr untypisch für mich, da ich grundsätzlich ein sehr optimistischer und lösungsorientierter Mensch bin.
Was ich dann bemerkte: wenn ich selbst den Blick auf das „Negative“ legte, steckte ich andere damit an. Das führte zu gemeinsamen „Jammerrunden“ und das ein oder andere „Lästern“ blieb nicht aus. Leider, denn gefallen habe ich mir in diesem Zustand nicht. Und von zusätzlichen Jobtickets war ich schnell genervt.
Wie soll aus dieser Stimmung heraus ein nach vorne gewandtes Arbeiten entstehen?
Auch privat merkte ich negative Auswirkungen: ich war deutlich gereizter und suchte nach Ausgleich oder Ablenkung, z.B. durch Joggen bei viel zu hohem Puls (von wegen „locker joggen und sich noch unterhalten können“ – keine Chance 😊) oder auch mal zur Entspannung ein Glas Wein mehr.
Rückblickend kann ich jetzt sagen: ich hatte den Kontakt zu mir und meinen Stärken aus dem Fokus verloren.
Und genau das passiert vielen in belastenden Phasen. Eigentlich wissen wir, was wir können – aber wir schaffen es nicht mehr, unsere Stärken bewusst zu nutzen. Damit verlieren wir Stück für Stück unsere Selbstführung.
Wenn du deine Stärken nicht bewusst nutzt …
- verlierst du deinen lösungsorientierten Blick
- überträgt sich deine Stimmung auf andere
Licht oder Schatten – wohin richtet sich dein Fokus?
Zum Glück waren diese Phasen bei mir nie von langer Dauer. Ich habe immer wieder die Kurve gekriegt. Ich kann wohl dankbar sein, dass eine starke Lösungsorientierung Teil meiner Persönlichkeit ist.
Heute kann ich das besser einordnen. Ich mag folgenden Vergleich aus meiner Ausbildung zum Regenerative Changemaker sehr: Pflanzen wachsen immer zum Licht, dorthin wo Energie ist. Auch andere lebenden Organismen fühlen sich angezogen von dem, was ihnen Energie gibt.
Wird der Fokus jedoch auf den Schatten gelegt, entsteht schnell eine Abwärtsspirale. Probleme werden analysiert, alle Energie fokussiert sich darauf, Gespräche drehen sich nur noch darum und alles wirkt zunehmend negativ. Kommt dir das bekannt vor?
Legen wir den Fokus stattdessen auf das Licht, entstehen Möglichkeiten.
Das bedeutet nicht, dass Probleme ignoriert werden, aber du entscheidest so bewusst, wohin deine Energie fließt.
Ich habe selbst erfahren, dass ich nur aus einer guten Selbstführung heraus positiv auf andere wirken und Projekte oder Menschen gut führen kann.
Energie folgt deinem Fokus.
Was du stärkst, wächst.
Worauf du dich konzentrierst, bestimmt deine innere Haltung.

Was sich verändert, wenn wir unsere Stärken wieder bewusst einsetzen
Bin ich in einem positiven, ressourcenorientierten Zustand, sprühe ich regelrecht vor Energie. Arbeit gelingt mit viel mehr Leichtigkeit und der große Arbeitsstapel fühlt sich machbar an. Und – ich übernehme dann gerne Verantwortung für Themen und Mitarbeitende.
Ich liebe diesen Flow-Zustand! Denn er wirkt auch ansteckend auf andere.
Diesen Zustand erlebe ich auch in meiner Arbeit als Coach.
Meine Klient:innen kommen meist aus einem „Problem“ heraus. Wenn wir dann im Coaching den Blick auf ihre Stärken und Ressourcen legen, emotionale Zielbilder entwickeln, die rein kognitive Ebene verlassen und stärker emotional verankern, verändern sie sich spürbar:
- Ihre Körperhaltung wird lockerer und aufgerichteter
- Sie lachen und ihre Augen strahlen
- Ihre Stimme klingt sicherer
Aus einem „Ich habe dieses Problem….“ wird plötzlich ein „Dieses ist möglich…“
Wenn Menschen beginnen, ihre Stärken wieder bewusst zu nutzen und einzusetzen, wächst Zuversicht und Gestaltungswillen, was dazu führt, dass sie ins Handeln kommen – und zwar mit Freude.
Und nein: Es geht hier nicht um Stärkentests oder darum, die fünf größten Kompetenzen für ein Bewerbungsgespräch zu definieren. Es geht darum, dass du dich deiner eigenen Stärken besinnst und dich in herausfordernden Phasen wieder mit dem verbindest, was dich trägt.
Wie du deine Stärken im Arbeitsalltag wieder aktivieren kannst
Vielleicht brauchst du dafür gar kein Coaching. Möglicherweise reicht dir eine ehrliche Selbstreflexion und die bewusste Entscheidung, deinen Blick wieder auf deine Stärken zu richten – damit du sie im Arbeitsalltag klarer siehst und gezielt nutzen kannst.
Drei Fragen für dich:
- Welche meiner Stärken habe ich in letzter Zeit kaum genutzt?
- Wann war ich zuletzt spürbar in meiner Kraft?
- Was würde sich verändern, wenn ich diese Stärke wieder bewusster einsetze?
Genau dafür habe ich mein Workbook „Stärken entdecken – Kraft schöpfen“ erstellt.
Es unterstützt dich dabei deine Stärken gezielt zu reflektieren, bewusst einzusetzen und dich in herausfordernden Phasen wieder mit deiner Kraft zu verbinden.
Wenn du merkst, dass du gerade dazu neigst, nur noch auf das zu schauen, was nicht funktioniert, können die Übungen darin helfen.
Hier kannst du es herunterladen
Ich wünsche dir viele kraftvolle Erkenntnisse – und immer wieder den Mut, dein Licht bewusst zu wählen!